Cafe_international_GaesteHelfen in den Herkunftsländern

Gut besucht war das letzte Café International des Jahres 2016 am vergangenen Freitag im Pfarrsaal. Wie immer hatten Freiwillige vom Helferkreis für Getränke, Kuchen und ein gemütliches Ambiente gesorgt. Angeregte Gespräche wurden nicht nur zwischen mittlerweile „alten Bekannten“ geführt. Die jüngste Zuweisung von elf bislang in Traunreut untergebrachten Männern aus Syrien und Afghanistan nach Mayerhofen und in die Unterkunft Florianistube sorgte dafür, dass es auch wieder neue Gesichter zu sehen gab. Dank mittlerweile teils wirklich guter Deutschkenntnisse lernte man auch die Menschen dahinter rasch kennen, ebenso wie ihre Geschichten, die oft bedrückend sind, wenn man etwa von den Verwandten und Freunden erfährt, die die Geflüchteten zurücklassen mussten. Mit fortschreitender Zeit wurde die Zusammenkunft im Pfarrheim aber noch fröhlich und geradezu ausgelassen. Zu mitgebrachten Klängen wurde zuletzt lebhaft getanzt – und wenn hinter brennenden Adventskerzen eine Gruppe orientalisch tanzender Syrer zwischen zwei schuhplattelnden Einheimischen durchzog, war dies ein originelles Bild dafür, wie Integration gelebt werden kann und Spaß macht.

Dreimal 400 Euro für gute ZweckeTeestube_Eingang

Für Ermutigung sorgte der Bericht vom Projekt „Teestube/Märchenzelt“ des Helferkreises am diesjährigen Barbaramarkt Anfang Dezember. Zur Verwendung des Erlöses in Höhe von 1200 Euro erklärte Johannes Lanser, man habe gemeinsam mit den Geflüchteten, die neben und mit zahlreichen Ehrenamtlichen vom Helferkreis engagiert bei Auf- und Abbau sowie beim Ausschank mitgeholfen hatten, beschlossen, dieses Geld Hilfsprojekten in deren Herkunftsländern zugutekommen zu lassen. Lanser erläuterte, jeweils 400 Euro würden zu gleichen Teilen an drei unterschiedliche Projekte gehen: über die Caritas Salzburg an ein Lager für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge im Libanon, über die Welthungerhilfe an Rückkehrer und Binnenflüchtlinge in Kabul (Afghanistan) und außerdem an ein auch vom Helferkreis Kirchanschöring unterstütztes Schulbauprojekt im Ort Tibbi Busa/Punjab in Pakistan. Damit helfe man nicht nur in drei verschiedenen Krisenregionen, sondern fördere auch so unterschiedliche Ziele wie das schlichte Überleben heimatlos gewordener Menschen in winterlichen Zeltlagern durch Brennmaterial und warme Kleidung, Zukunftsperspektiven für junge Menschen im eigenen Land durch verbesserte Ausbildungsbedingungen und den Aufbau von Infrastruktur in den Slums der Rückkehrer und Flüchtlinge etwa in und um Kabul. Lanser hob hervor, in allen drei Fällen arbeite man mit höchst seriösen Hilfsorganisationen zusammen. Die Tittmoninger könnten also sicher sein, dass ihre Hilfe auch ankomme.

Teestube_innenDank und ausgelassenes Feiern

Adrienne Baumann, die mit Lanser den Helferkreis leitet, bilanzierte, die Idee, sich gemeinsam mit den Flüchtlingen am Tittmoninger Barbaramarkt zu beteiligen, sei mit großem Erfolg umgesetzt worden. Die Besucher hätten die Angebote in Teestube und Märchenzelt mit orientalischen Getränken, Gebäck, Märchen und sogar live-Musik in stimmungsvoller Atmosphäre gerne angenommen: „Ich wurde von so vielen Tittmoningern angesprochen, wie schön das war. Diese Aktion hat in idealer Weise die Möglichkeit geboten, unsere Asylgäste und ihre Kultur kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen.“ Die jungen Flüchtlingen seien im Übrigen nicht nur dort, sondern auch an anderen Stellen des Marktes, beim Auf- und Abbau und als Springer, eine gern gesehene Unterstützung gewesen und hätten selbst nicht nur fleißig gearbeitet, sondern dabei auch viel Spaß gehabt. Der Dank des Helferkreises gehe an die Organisatorin Barbara Danninger und die Tittmoninger Kolpingsfamilie für die Einladung zum Mitmachen und auch an die Werkstatt von Domus Mea, die das pracht- und fantasievolle „Tor“ zur orientalischen Abteilung des Marktes hergestellt habe. Adrienne Baumann lobte ihrerseits besonders den Einsatz von Susanne von Siemens, Gerlinde und Gerhard Huber, Gabi Wembacher und Theresa Hochecker sowie zahlreicher weiterer Freiwilliger vom Helferkreis.

Text und Bilder: Gerda Poschmann-Reichenau
Cafe International Dezember 2016

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